Steuer-1x1

Freibeträge – die monatliche Entlastung und wie Sie 2018 noch davon profitieren.

Pendeln, Kinderbetreuung, Unterhalt: Wer regelmäßig hohe monatliche Kosten hat, kann mithilfe des Freibetrags das Finanzamt daran beteiligen – und so sein monatliches Nettoeinkommen erhöhen.

Ein Mann steht gebückt rechts im Bild. Auf seinem Rücken liegen drei große Ordner mit der Aufschrift „Steuern“, die ihn deutlich belasten. Links im Bild steht in großer Schrift „Entlastung gefällig“

Freibetrag mit Antragsminimum

Bei bestimmten Aufwendungen gilt für den Freibetrag ein Antragsminimum von 600 Euro. Erst wenn Ihre Ausgaben diesen Betrag insgesamt überschreiten, drückt das Finanzamt die Steuerlast. Dazu zählen:

Werbungskosten über 1.000 Euro
Zu den Werbungskosten gehören beispielsweise die Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, Reisekosten zu Auswärtstätigkeiten und Belastungen der doppelten Haushaltsführung. Achtung: Jedem Arbeitnehmer steht eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr zu. Diese wird bei der Lohnabrechnung automatisch von der Steuerlast abgezogen. Damit das Finanzamt den Freibetrag gewährt, müssen also die Werbungskosten über 1.000 Euro liegen – und die entsprechenden Zusatzkosten, gegebenenfalls zusammen mit anderen Beträgen, die notwendigen 600 Euro überschreiten.

Bestimmte Sonderausgaben über 36 Euro
Zu den Sonderausgaben zählen etwa Unterhaltszahlungen an getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten, die Kirchensteuer und zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten. Gut zu wissen: Beiträge für Renten-, Krankenkassen- und Pflegeversicherungen werden beim Freibetrag nicht einkalkuliert – diese sind bereits in der sogenannten Vorsorgepauschale enthalten. Unabhängig davon sollten Sie diese Aufwendungen trotzdem in Ihrer Steuererklärung angeben, da sich manchmal ein weiterer Steuervorteil ergibt.

Außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art
Unter außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art versteht man vor allem Krankheits- und Pflegekosten sowie Ausgaben zur Instandsetzung der selbstgenutzten Immobilie nach Naturkatastrophen. Die außergewöhnlichen Belastungen mindern sich um eine zumutbare Eigenbeteiligung – diese hängt von der Höhe der Einkünfte, dem Familienstand und der Kinderanzahl ab.

Freibetrag ohne Antragsminimum

Es gibt jedoch auch Ausgaben, die das Finanzamt ohne Mindestsumme als Freibetrag einträgt:

  • Entlastungsbetrag für alleinstehende Mütter und Väter, wenn der Ehepartner 2017 verstorben ist. Denn dann werden die Verwitweten noch nach der Steuerklasse III besteuert; in dieser ist der Entlastungsbetrag jedoch nicht eingearbeitet. Er beträgt 1.908 Euro bei einem Kind sowie je 240 Euro für weitere Kinder, denen Kindergeld zusteht.
  • Behinderten-Pauschbetrag, der auch dann vollständig gewährt wird, wenn die Voraussetzungen nicht während des ganzen Jahres vorgelegen haben.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen mit einer Steuerermäßigung von 20 Prozent der Aufwendungen ohne Materialkosten. Für Handwerkerleistungen beträgt die Erstattung maximal 1.200 Euro. Für haushaltsnahe Dienstleistungen gibt es eine Ermäßigung bis 4.000 Euro und für eine Haushaltshilfe im Minijob bis 510 Euro. Als Freibetrag trägt das Finanzamt pauschal die vierfache Summe der Steuerermäßigung ein.
  • Verluste aus der Vermietung einer Immobilie, ab dem Jahr nach Anschaffung oder Fertigstellung des Gebäudes.

Tipp:

Stellen Sie noch bis zum 30. November den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das laufende Jahr. Dann berücksichtigt das Finanzamt die gesamten Ausgaben für 2018 als Freibetrag bei der Lohnabrechnung im Dezember. Den Freibetrag können Sie wahlweise auch gleich für zwei Kalenderjahre einfordern. Das lohnt sich, wenn die Aufwendungen im Folgejahr in gleicher Höhe anfallen – verringern sie sich jedoch, müssen Sie das dem Finanzamt mitteilen.