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Einkommensteuererklärung 2014 – die Zeit drängt

Muss ich oder muss ich nicht abgeben? Und wenn ja, bis wann? Diese Fragen schießen durch die Köpfe vieler Steuerzahler. Ob sie eine Steuererklärung abgeben müssen, bestimmt das Einkommensteuergesetz. So ist dort geregelt, dass Arbeitnehmer z. B. zur Abgabe verpflichtet (Pflichtveranlagung) sind, wenn:

Abgabe Steuererklärung: Die Uhr steht auf kurz vor zwölf.

● sie neben dem Arbeitslohn weitere Einkünfte (Vermietungseinkünfte, Renten u. ä.) erzielen, die mehr als 410 Euro betragen.
● Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I, Krankengeld, Elterngeld, Kurzarbeitergeld oder Aufstockungsbeträge Altersteilzeit über 410 Euro bezogen wurden.
● Eheleute die Steuerklassenkombination 3 und 5 bzw. das Faktorverfahren gewählt haben.
● ein weiteres Beschäftigungsverhältnis mit der Steuerklasse 6 besteht.
● ein Freibetrag beim Lohnsteuerabzug angerechnet wurde.
● die berücksichtigte Vorsorgepauschale höher war als die tatsächlichen Vorsorgeaufwendungen sind (dies kann u. a. Soldaten und Polizisten betreffen).
● der Arbeitgeber für eine Abfindung die ermäßigte Besteuerung vorgenommen hat.

Zudem müssen alle Bürger eine Steuererklärung abgeben, wenn das Finanzamt sie dazu auffordert.

Als Abgabetermin für Pflichtveranlagungen gilt der 31. Mai des Folgejahres. Da dies im Jahr 2015 ein Sonntag ist, verschiebt sich der Abgabetermin der Einkommensteuererklärung 2014 auf den 1. Juni 2015. Wer sich steuerlich vertreten lässt, z. B. durch einen Lohnsteuerhilfeverein, hat bis zum 31. Dezember des Folgejahres Zeit.

Auch wenn Gesetz oder Finanzamt keine Einkommensteuererklärung verlangen, lohnt sich oft die Mühe, sie trotzdem abzugeben. Der Bürger wird dann auf Antrag veranlagt. Da keine Abgabepflicht besteht, gelten die o. g. Fristen nicht. Die Steuererklärung kann sogar noch vier Jahre nach Ende des Veranlagungszeitraums eingereicht werden. Die Einkommensteuererklärung 2011 muss bis spätestens 31.12.2015 im Briefkasten des zuständigen Finanzamts sein.

Nachzahlungen sind bei Antragsveranlagungen grundsätzlich nicht zu erwarten. Jede Erstattung bessert die Haushaltskasse auf.

Tipp 1: Sollten Sie bei einer Pflichtveranlagung die Abgabe bis zum 1. Juni 2015 nicht schaffen, beantragen Sie rechtzeitig eine Fristverlängerung. Bei Unpünktlichkeit kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag erheben.