Bundeswehr

Die Einkommensteuererklärung 2018: Wie können Soldaten Steuern sparen?

Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen sind die wichtigsten Abzugspositionen in jeder Steuererklärung, so auch für das Jahr 2018. Es gibt aber noch andere Chancen zum Steuern sparen. Welche das sind, erklärt der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e. V. (Steuerring).

Ein Holzstempel mit der Aufschrift „Steuer 2018“ lehnt an einem Aktenstapel.

Werbungskosten
Für die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte (meist die Stammkaserne) gewährt das Finanzamt die verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro Kilometer. Diese Abzugsmöglichkeit gilt ebenfalls bei doppelter Haushaltsführung und wöchentlichen Heimfahrten zur Familie.

Bei Kommandierungen zu Lehrgängen oder bei zeitlich befristeten Versetzungen bis zu 48 Monaten liegt eine Auswärtstätigkeit vor. Die Befristung bei Versetzungen entnehmen Sie der Angabe zur voraussichtlichen Verwendungsdauer. Ansetzbar sind hierbei die tatsächlichen Fahrtkosten; bei Nutzung eines PKWs sind das pauschal 0,30 Euro für den gefahrenen Kilometer. Nachteil: Ein Beifahrer ohne Kostenbeteiligung kann für die Fahrten nichts anrechnen. Stellen Sie in Ihrer Steuererklärung immer den korrekten Sachverhalt dar.
Im Zusammenhang mit Ihrer Auswärtstätigkeit können Sie – neben den Fahrtkosten – auch Verpflegungsmehraufwendungen steuerlich berücksichtigen: Bei bereitgestellter Gemeinschaftsverpflegung werden die gesetzlichen Pauschbeträge allerdings gekürzt, sodass häufig kein tatsächlicher Abzugsbetrag verbleibt. Auch gezahlte oder versteuerte Unterkunftskosten sind abzugsfähig; prüfen Sie alle Bezügeabrechnungen hinsichtlich der Gemeinschaftsunterkunft.

Steuerfreie Erstattungen der Bundeswehr müssen von den berechneten Werbungskosten abgezogen werden. Mit Erlass vom 3. August 2016 wird das Trennungsgeld (TG) für Fahrtkosten auch bei Versetzung bis zu 48 Monaten steuerfrei ausgezahlt. Besonders betroffen ist das TG gem. §6 TGV bei täglicher Rückkehr zum Wohnort. Prüfen Sie Ihre Abrechnung der Dienstleistungszentren in Verbindung mit den Bezügemitteilungen.

Vergessen Sie nicht Ihre Ausgaben für Arbeitsmittel einschließlich angeschaffter und gereinigter Uniformkleidung sowie den Beitrag für den Deutschen Bundeswehrverband.

Sonderausgaben
Als Sonderausgaben zählen u. a. die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung einschließlich der Anwartschaft, Unfall- und Dienstunfähigkeitsversicherungen, Haftpflichtversicherung sowie für Lebensversicherung mit einem Vertragsabschluss vor 2005. Vergessen Sie dabei nicht die Beiträge zur Dienstunfähigkeitsversicherung über den Rahmenvertrag der Bundeswehr mit der DBV – im Regelfall können Sie diese Beiträge den Bezügeabrechnungen entnehmen. Das Bundesverwaltungsamt berücksichtigt beim Lohnsteuerabzug für die Versicherungsbeiträge eine Mindestvorsorgepauschale von 1.900 Euro in der Steuerklasse 1 und von 3.000 Euro in der Steuerklasse 3. Vor allem junge Soldaten haben häufig niedrige Aufwendungen und müssen deshalb eine Steuererklärung abgeben.

Auch Einzahlungen in einen Riester-Vertrag oder eine Rürup-Rentenversicherung gehören zu den Sonderausgaben. Die Beiträge müssen von dem Vertragspartner elektronisch und unter Angabe Ihrer Steuer-ID an das Finanzamt gemeldet werden. Bei Riester ist zusätzlich erforderlich, dass Ihre Besoldungsdaten elektronisch gemeldet werden. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie bei Ihrer Bezügestelle nach, ob Ihre Einwilligung vorliegt.
Zu den Sonderausgaben gehören auch Kinderbetreuungskosten, gezahltes Schulgeld für Kinder sowie Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen, wie z. B. an das Bundeswehr-Sozialwerk e. V.

Außergewöhnliche Belastungen
Als außergewöhnliche Belastungen gelten Krankheitskosten und Unterhaltsaufwendungen bis 9.000 Euro, z. B. an studierende Kinder ohne Bezug von Kindergeld, sowie Pauschbeträge für behinderte Menschen.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Den Entlastungsbetrag erhalten „echte“ Alleinerziehende mit mindestens einem Kind. Er beläuft sich auf 1.908 Euro pro Jahr. Für jedes weitere Kind gewährt das Finanzamt einen Erhöhungsbetrag von 240 Euro.

Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen
Für die Rechnung des Kaminfegers und andere Handwerkerrechnungen gewährt das Finanzamt einen Steuerbonus von 20% (höchstens jedoch 1.200 Euro) der Aufwendungen. Der Arbeitslohn muss auf der Rechnung aufgeführt oder bescheinigt sein. Prüfen Sie auch die Nebenkostenabrechnungen bei eigener oder gemieteter Wohnung, z. B. wegen der Hausmeisterkosten.

Beleglose Steuererklärung?
Bereits ab dem Steuerjahr 2017 verzichtet das Finanzamt grundsätzlich auf die Vorlage von Belegen bei Abgabe der Steuererklärung. Das gilt insbesondere bei einer authentifizierten Übermittlung mit einem elektronischen Zertifikat. Dadurch steigt aber die Verantwortung für den dargestellten Sachverhalt und die errechneten Beträge. Alle Belege müssen vorhanden sein, um diese auf Anforderung dem Finanzamt vorlegen zu können.

Kompetenter Ansprechpartner
Ihnen ist das alles zu kompliziert? Dann kommen Sie zum Steuerring. Als Lohnsteuerhilfeverein sind wir seit 1990 Kooperationspartner der Förderungsgesellschaft des Deutschen BundeswehrVerbandes mbH (FöG). Wir verfügen über ein flächendeckendes Netz mit über 1.100 Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet. Die nächstgelegene Beratungsstelle finden Sie mit unserer Beratersuche.