Steuerring-Inside

1 Verein – 1.000 Gesichter: die jüngste Beraterin

Rund 1.000 Berater arbeiten derzeit für den Steuerring – und jeder hat seine eigene Geschichte. Zum Beispiel Jennifer Görnemann, Beratungsstellenleiterin in Nauort. Sie ist seit Ende 2014 für den Steuerring aktiv und mit 26 Jahren die jüngste Beraterin des Vereins. In einem Interview erzählt sie uns von ihrem Start ins Vereinsleben und was sie noch alles erwartet.

Jennifer Görnemann, Beratungsstellenleiterin beim Lohnsteuerhilfeverein Steuerring, auf ihrem Rad.

Das Steuerrecht gilt allgemein als sehr trocken, trotzdem haben Sie sich für diesen Bereich entschieden. Hatten Sie schon immer Interesse an dem Thema Steuern?

Das stimmt – Steuern können schon sehr trocken sein. Begonnen hat alles zu Schulzeiten: Damals haben sich örtliche Unternehmen in der Schule vorgestellt, unter anderem ein Steuerberater. Bei ihm habe ich dann mehrere Praktika gemacht. Das fand natürlich auch meine Mutter ganz toll, da das ein sehr angesehener Beruf ist. Man hat in viele, auch sehr persönliche Bereiche Einblick. Durch die Praktika habe ich den Spaß an der Arbeit entdeckt und eine Ausbildung als Steuerfachangestellte begonnen. Dank der tollen Kollegen konnte ich diese im Jahr 2008 abschließen.

Was haben Sie vor Ihrer Zeit beim Steuerring gemacht?

Gelernt. Zusammen mit meiner besten Freundin. Erst für die Ausbildung zur Steuerfachangestellten und danach weiter für den staatlich geprüften Betriebsfachwirt. 2014 konnte ich mit ihr zusammen den Bilanzbuchhalter (IHK) meistern.

Wie sind Sie auf den Steuerring und eine Tätigkeit als Beratungsstellenleiterin gekommen?

Steuerberater sind in der Gesellschaft angesehen, aber gerade für Angestellte oft zu teuer. Daher die Entscheidung für die Arbeit bei einem Lohnsteuerhilfeverein. Ich hatte telefonischen Kontakt zu verschiedenen Vereinen, aber beim Steuerring wurde ich am freundlichsten aufgenommen.

So jung und schon selbständig; hatten Sie Bedenken, diesen Schritt zu gehen?

Selbstverständlich! Bedenken spielten eine große Rolle und das in erster Linie in finanzieller Hinsicht. Deshalb mache ich meine Beratungsstelle neben meinem Hauptberuf in der Buchhaltung.

Wie gefällt Ihnen die Arbeit beim Steuerring?

Sehr gut. An allen Vor- und Nachteilen einer Selbständigkeit kann der Steuerring nichts ändern, aber man wird toll unterstützt – sowohl finanziell als auch bei kniffeligen Fachfragen. Ich kann jederzeit auf einen “Telefonjoker“ zurückgreifen und das nicht nur in der Hauptverwaltung. Durch das Starterseminar hat man erste Kontakte geknüpft und der Austausch unter Kollegen fällt leicht. In Trier beispielsweise sind zwei super Kolleginnen, die sich im Fachbereich “Grenzgänger“ hervorragend auskennen. Ich habe das Gefühl, dass hier im Steuerring (fast) jeder für jeden da ist.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen, die im Steuerring auf Sie zukommen?

Erfolgreiches Marketing und damit neue Mitglieder gewinnen – aber bisher klappt das ganz gut. Es gibt auch fachliche Herausforderungen, zum Beispiel bei Angehörigen der Bundeswehr oder des öffentlichen Dienstes. In diesem Thema verfüge ich über Grundlagen, die ich durch Seminare und praktische Fälle vertiefen möchte.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Puh - das ist eine lange Zeit. Allerdings vergehen die Jahre immer schneller, da auch die Technik schneller und besser wird. Dabei sollte man auf sich achten, dass man nicht unter die Räder kommt. Deshalb plane ich nicht zu weit, sondern einen Schritt nach dem anderen.

Haben Sie ein Motto, das Sie bisher in beruflicher Hinsicht begleitet hat?

Vielleicht „Man lernt nie aus“. Aber im Allgemeinen nein. Für mich steht die Zufriedenheit der Mitglieder und eine optimale Beratung an erster Stelle. Und das Ganze möglichst unkompliziert, denn das Steuerrecht ist wirklich schon kompliziert genug.

Was ist Ihr Ausgleich zur täglichen Arbeit?

Ich habe das Radfahren für mich entdeckt. Da Zeit für sich selbst wichtig ist, möchte ich künftig regelmäßig etwas tun. Weiterhin arbeite ich daran, mein Hobby aus Jugendzeiten wieder aufleben zu lassen: Tennis.

Was möchten Sie unbedingt einmal machen? Was ist Ihr Herzenswunsch?

Überflüssige Wünsche hat doch jeder, ich auch, aber: Gesundheit und Zufriedenheit sollten reichen. Und sich in Bescheidenheit üben, auch wenn in der heutigen Zeit vieles zum Greifen nahe scheint.