Familie & Leben

Kosten für Haustiere in der Steuererklärung

Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Hamster und Vögel: In fast jedem dritten Haushalt in Deutschland lebt ein Haustier. Die Halter nehmen die Kosten, die durch ein Tier entstehen, gerne in Kauf, fragen sich aber doch: Kann ich das Finanzamt irgendwie daran beteiligen?

Hund, Katze, Kaninchen und Meerschweinchen sitzen nebeneinander.

Kosten des Kaufes und der laufenden Versorgung
Die Aufwendungen für den Kauf sowie für die laufende Versorgung können beim Finanzamt nicht geltend gemacht werden. Es handelt sich um Kosten der privaten Lebensführung; denn jeder entscheidet selbst, ob er ein Haustier halten möchte.

Versicherungen
Auch Haustiere können gegen Krankheiten versichert werden. Diese Belastungen verrechnet das Finanzamt nicht. Etwas anderes gilt für eine Tier-Haftpflichtversicherung: Die Prämie gehört zu den "sonstigen Vorsorgeaufwendungen" und kann im Rahmen der Höchstbeträge geltend gemacht werden.

Tierarztkosten
Tierarztkosten können nicht in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Auch hier gilt: Es handelt sich nicht um "außergewöhnliche Belastungen", da die Anschaffung eines Haustiers nicht zwangsläufig ist.

Hundesteuer
Die Steuer wird von der örtlichen Kommune erhoben und kann nicht in der Steuererklärung untergebracht werden.

Betreuungskosten
Beauftragen Sie einen Tiersitter, der Ihren Liebling während Ihrer Abwesenheit betreut? Dann zählen die Ausgaben zu den "haushaltsnahen Dienstleistungen". Voraussetzung: Die Versorgung geschieht in Ihrem Haushalt und nicht z. B. im Tierheim oder in einer Pflegefamilie. Für die Aufwendungen benötigen Sie eine Rechnung und Sie müssen diese per Überweisung zahlen. Dann gewährt Ihnen das Finanzamt eine unmittelbare Steuerermäßigung von 20 Prozent des Rechnungsbetrages.

Das Gleiche gilt, wenn der Tierfriseur zu Ihnen nach Hause kommt.

Haustier als Arbeitsmittel
Halten Sie ein Tier aus rein beruflichen Gründen, gelten andere Regeln. Dann sind grundsätzlich alle Zahlungen als Werbungskosten bei Ihren Arbeitnehmereinkünften abzugsfähig. Das gilt z. B. für Wach-, Polizei- und Therapiehunde.

Die Anschaffungskosten des eingesetzten Tieres müssen Sie auf die Nutzungsdauer verteilen, also abschreiben. Das liest sich sehr unpersönlich, hilft aber Steuern zu sparen.

Haustier zur eigenen Krankentherapie
Manche Patienten mit psychischen Problemen erhalten von ihrem Arzt quasi ein Haustier "verschrieben". In einem solchen Fall können die Kosten des Haustiers - wie Krankheitskosten - als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sein. Wichtig ist die Bescheinigung eines Facharztes, in der die Haltung eines bestimmten Tieres dringend empfohlen wird. Der Arzt muss das Attest vor Anschaffung des Tieres ausstellen.

Sicherheitshalber sollten Sie vor dem Kauf des Tieres ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung einholen, da ein Haustier als "allgemeiner Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens" angesehen werden kann.

Sie sehen: Die Hürde ist hoch, aber überwindbar.

Zuwendungen an Tierorganisationen
Es gibt viele Organisationen, die sich für das Tierwohl einsetzen. Spenden und Beiträge an sie sind als Sonderausgaben abzugsfähig. Vergewissern Sie sich, dass die Organisation als steuerbegünstigt anerkannt bzw. von der Körperschaftsteuer befreit ist und Ihre Zahlungen auch steuerlich anerkannt werden. Die Internetseiten der Vereine enthalten dazu meist die erforderlichen Informationen.

Für sogenannte Kleinspenden bis 200 Euro genügt ein Nachweis der Zahlung, darüber hinaus benötigen Sie eine Zuwendungsbestätigung.

Bringen Sie regelmäßig Futter ins Tierheim, können die Unkosten nicht geltend gemacht werden. Sprechen Sie mit dem Betreiber des Tierheims, ggf. kann das Tierfutter als Sachspende eingestuft werden und Sie erhalten eine Zuwendungsbestätigung.