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Einspruch gegen den Steuerbescheid

Viele Steuerzahler nehmen den Steuerbescheid als gegeben hin – aber dem ist nicht so! Ist der Bescheid fehlerhaft oder ist man damit nicht einverstanden, kann man Einspruch einlegen. Dabei gilt es, Fristen und Formvorschriften zu beachten.

Ein Stempelabdruck des Wortes „Einspruch“

Generell haben Sie ab Bekanntgabe des Steuerbescheids einen Monat Zeit, um sich mit einem Einspruch zu wehren. Dabei sollte man nicht zu knapp rechnen: Gehen Sie sicherheitshalber immer vom Datum des Steuerbescheids aus und rechnen Sie einen Monat dazu. Innerhalb dieses Monats muss Ihr Einspruch beim Finanzamt eingegangen sein. Wichtig: Die Absendung allein genügt nicht, der Einspruch muss in dieser Zeit dem Finanzamt bereits vorliegen.

Schriftlich
Den Einspruch müssen Sie schriftlich einlegen; auch ein Einspruch per E-Mail oder über das ELSTER-Online-Portal gilt als schriftlicher Einspruch. Ein Telefonanruf beim Bearbeiter im Finanzamt genügt jedoch nicht.

Bitte begründen
Grundsätzlich müssen Sie Ihren Einspruch nicht begründen - das ist aber nicht zweckmäßig. Teilen Sie daher dem Finanzamt mit, mit welchen Positionen im Steuerbescheid Sie nicht einverstanden sind. Nur dann kann das Finanzamt gezielt nachprüfen und Ihnen antworten bzw. den Steuerbescheid ändern.

Verböserung
Manche Steuerbürger haben Angst, einen Einspruch einzulegen. Das Finanzamt könnte nochmals alles überprüfen und den Bescheid sogar zum Nachteil ändern. Richtig ist: Das Finanzamt darf im Einspruchsverfahren tatsächlich die Steuererklärung in vollem Umfang neu prüfen. Eine höhere Steuer darf aber nur festgesetzt werden, wenn der Einspruchsführer zuvor darauf hingewiesen wurde - im Steuerrecht nennt man das Verböserung. Die Änderung kann dann durch Rücknahme des Einspruchs verhindert werden. Damit sind aber auch die Rechte am Einspruch verloren.

Nachzahlung
Endet der Steuerbescheid mit einer Nachzahlung, kann zusätzlich zum Einspruch ein Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) gestellt werden. Wird dieser Antrag vom Finanzamt genehmigt, ist der Nachzahlungsbetrag nicht oder nicht in voller Höhe fällig. Über die gewährte oder abgelehnte AdV erhalten Sie einen schriftlichen Bescheid.

Antrag auf Änderung
Alternativ zum Einspruch kann ein Antrag auf Änderung des Steuerbescheids gestellt werden. Im Antrag müssen Sie aber genau angeben, in welchen Punkten der Steuerbescheid konkret geändert werden soll. Ein Antrag ohne Begründung läuft ins Leere. Außerdem kann der Antrag nach Ablauf der Einspruchsfrist nicht mehr auf weitere Punkte ausgedehnt werden. Wir empfehlen daher den Einspruch, da dieser mehr Rechte beinhaltet.

Klage einlegen
Lehnt das Finanzamt Ihren Einspruch mit einer Einspruchsentscheidung ab, können Sie beim zuständigen Finanzgericht dagegen Klage einlegen. Diese ist allerdings kostenpflichtig und es müssen mehr verfahrensrechtliche Besonderheiten beachtet werden.

Tipp:

Scheuen Sie sich nicht vor einem Einspruch. Laut Statistik werden etwa zwei Drittel der Einsprüche für den Steuerbürger positiv entschieden. Für das Einspruchsverfahren verlangt das Finanzamt keine Gebühren.